Giardien sind einzellige Parasiten, die sich im Dünndarm unserer Hunde und Katzen einnisten und sich dort rasant vermehren.
Was auf dem Foto so possierlich und ein wenig lustig aussieht, kann eine ernstzunehmende Infektion – die GIARDIOSE – verursachen. Dies führt insbesondere bei Welpen und Jungtieren zu Problemen, da eine Giardiose zu Entwicklungsstörungenführen kann. Auch später beobachten wir bei Tieren, die im Welpenalter Giardien hatten sehr viel häufiger eine Allergie gegen Futtermittel als bei anderen Tieren. Dies lässt den Schluss zu, dass Giardien durchaus in der Lage sind, die Darmschleimhaut nachhaltig zu schädigen.
Auch ältere oder immungeschwächte Tiere können ernsthaft erkranken.
Erkrankte Tiere können unter einer subklinisch, und damit völlig symptomlos verlaufenden Infektion mit Giardien leiden. Über den Kot infizierter Tiere gelangen die Zysten – also das Fortpflanzungsstadium – der Parasiten in die Umwelt und können hier teilweise monatelang überleben. So werden sie vom nächsten Tier aufgenommen und weiter verbreitet.
ÜBERTRAGUNG:
- - Durch Fäkalien infizierter Tiere
- - Durch direkten Kontakt zu infizierten Tieren
- - Durch die Aufnahme von kontaminiertem Futter oder Wasser
DIE ANSTECKUNGSGEFAHR IST SEHR HOCH!
ACHTUNG ZOONOSEGEFAHR: Auch für Menschen sind Giardien ansteckend. Die Ansteckung für kleine Kinder oder Menschen mit einem geschwächten Immunsystem ist daher unbedingt zu vermeiden. Bei gesunden Erwachsenen und bei guter Hygiene ist die Ansteckungsgefahr allerdings gering.
SYMPTOME:
Die Symptome einer Giardieninfektion können sehr unterschiedlich sein. Wie bereits oben beschrieben, gibt es durchaus auch symptomlose Verläufe. Aber häufige Symptome sind:
- - Durchfall (bis hin zu blutigem Durchfall) – häufig übelriechend
- - Schleimbeimengungen beim Kotabsatz
- - Ungewöhnliche Farbe des Kots (gelblich bis grünlich)
- - Erbrechen
- - Stumpfes Fell
- - Gewichtsverlust bei gutem Appetit
- - Bauchschmerzen und Blähungen
- - Abgeschlagenheit
- - Manchmal Fieber
DIAGNOSE:
Die Diagnose erfolgt im Labor mittels Testung einer Sammelkotprobe. Hierfür werden aus den Hinterlassenschaften an drei aufeinanderfolgenden Tagen – auch aus unterschiedlichen Haufen – Proben entnommen. Mittlerweile gibt es mehrere Möglichkeiten der Labordiagnostik. Die sicherste hiervon ist aus meiner Sich ein PCR-Test.
THERAPIE:
In der Schulmedizin wird ein Antiparasitikum mit den Wirkstoffen Metronidazol oder Fenbendazol verabreicht. Nach einer erfolgreichen Behandlung sollte hier aber auf jeden Fall eine Darmsanierung stattfinden.
NATURHEILKUNDLICHE THERAPIEANSÄTZE:
In meiner Praxis hat sich eine Nahrungsumstellung auf ein leicht verdauliches und kohlenhydratfreies Futter bewährt. Eine angepasste Fütterung bestehend aus gekochtem Fleisch und Innereien, Gemüse, Salate, Kräutern und Ölen unterstützt den Heilungsprozess und entlastet den geschädigten Darm.
Kohlenhydrate sind unbedingt zu vermeiden, da sich die Parasiten von Zucker ernähren. Dieser Umstand schließt auch die Fütterung von Trockenfutter vollständig aus bis die Infektion überstanden ist.
Zusätzlich empfehle ich die Gabe von Kokosöl und nach überstandener Infektion in jedem Fall eine Darmsanierung mit geeigneten Präparaten.
Sollten mehrere Tiere in einem Haushalt vorhanden sein, müssen alle Tiere entsprechend behandelt werden.
HYGIENE:
- - Hinterlassenschaften sofort entfernen. Im Außenbereich empfehle ich zusätzlich, die kontaminierten Stellen mit sehr heißem Wasser (aus dem Wasserkocher in eine Thermosflasche umfüllen) zu übergießen.
- - Polstermöbel, Teppiche, Decken und Körbchen mit einem Dampfreiniger mindestens 5 Minuten bei mehr als 70 Grad reinigen.
- - Sollte der Hund im Auto mitfahren, sollte auch dieses entsprechend behandelt werden.
- - Wäsche bei 90 Grad in der Waschmaschine waschen.
- - Futter- und Wassernapf täglich auskochen.
- - Bei langhaarigen Hunden ist es empfehlenswert, die Haare rund um den After kurz zu schneiden und den Anus zu waschen.
- - Nach Kontakt mit einem infizierten Tier unbedingt Hände waschen.
FAZIT:
Giardien sind ernstzunehmende Parasiten aber auch kein Grund zur Panik. Bei Verdacht hole dir tierärtzlichen Rat ein. Mit der richtigen Behandlung, einer angepassten Fütterung und gutem Hygienemanagement lässt sich die Infektion in den Griff bekommen.
Bei Fragen sind wir gerne für dich da.